Erlebniswelt Pferd   *   6. - 8. Juli 2012  *   84036 Landshut  

Sonderschau "Auslaufgestaltung Rundkurs" 

Die Art, wie Pferde gehalten werden, hat sich hierzulande in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Längst ist der Offenstall kein Matschloch für sog. "Robustpferde" mehr, sondern kann als gut geplante und gebaute Anlage mit Liegebereichen, penibler Fütterung und reizvoll angelegtem Auslauf auch für Sportpferde die ideale Haltungsform sein.

Seit mehr als Jahren schon wird diese Idee von der Laufstall-Arbeits-Gemeinschaft LAG e.V. in Deutschland befürwortet und beworben. Die Umsetzung auch für anspruchsvolle Stallbetreiber wurde möglich durch Unternehmen, die die Planung und den Bau übernehmen. Und letztlich hat die FN ihren Anteil daran, weil sie schließlich solche Stallungen in die Prämierung ihres jährlichen Wettbewerbes nahm.

Eine Besonderheit der Auslaufplanung ist ein Rundlauf, durch den die Pferde weit mehr als im rechteckigen Auslauf motiviert sind, im Schritt unterwegs zu sein. Wie auch im Bewegungsstall werden Futter und Wasser möglichst weit auseinander platziert - aber hier sind es mehrere hundert Meter, je mehr desto besser. Der Rundlauf kann oftmals problemlos angelegt werden, indem er um vorhandenes Weideland herumgeführt wird. 3 m oder auch 8 m breit, sich erweiternd an beliebten Stellen für die Mittagspause, zum Wälzen oder Raufen, als Engpass zwischen Sträuchern, über wechselnde Bodenbeläge, hangauf und hügelab simuliert die Streckenführung das Leben in freier Natur so weit wie nur möglich. Das Futter liegt nicht in einem Feeder griffbereit, sodass sich bequeme Zeitgenossen gerade 2 x am Tag fortbewegen zum Trinken. Stattdessen wird das Raufutter an möglichst vielen Stellen auf dem Rundlauf entweder lose verteilt - was das Fressen vom Boden ermöglicht und darum sehr naturnah, aber sehr arbeitsaufwändig ist - oder aus vielen Feedern gereicht, z.B. auch Heunetzen. Zwar könnte ein Pferd jetzt am Lieblingsheunetz bleiben, doch hier setzt die Gruppendynamik ein. Ranghöhere Pferde "schieben" den Fresser weiter auf dem Rundlauf zur nächsten Futterstelle, wo er wieder nur eine Weile bleibt. So wandern die Pferde wie in der Natur im Laufe des Tages mehrere Runden und erreichen je nach Gestaltung des tracks Tagesstrecken von 8 - 10 km. Wer mag, baut Futterautomaten ein, die das Kraftfutter dosiert in vielen Portionen über Tag serviert, und regt auf die Art weitere Touren an.

Unter dem Namen Paddock Paradise erlebt diese Rundlauf-Paddockform gerade eine gewisse Bekanntheit. Auf der "Erlebniswelt Pferd" erfährt sie durch die Mitarbeit ausstellender Unternehmen, der interessierten Vereine und Experten Unterstützung erfahren und entsteht als Modell. Sie selbst als Besucher wandern von Station zu Station. Ihre Berater, z.B. von der LAG, stehen/gehen Ihnen zur Seite.

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